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Künstlersozialkasse

Warum meine Kreativität (und natürlich auch die von Kolleginnen und Kollegen) dir externe Mehrkosten und zusätzliche Büroarbeit verursacht.

Nein, ich bin nicht Mitglied der Künstlersozialkasse. Und interessanter Weise spielt das in diesem Zusammenhang auch überhaupt keine Rolle. Also: KSK – Künstlersozialkasse (eigentlich Künstlersozialversicherung). Schon mal gehört?

  • Nein? Vielleicht sollte sich das ab sofort ändern.
  • Ja? Dann bist du auf der informierten und sicheren Seite.

AG3NTUR.de Künstlersozialkasse

Wer ist abgabenpflichtig?

Auf der Internetseite der Künstlersozialkasse unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/wer-ist-abgabepflichtig.html steht geschrieben:

Unternehmen, die sich selbst oder eigene Produkte bewerben und in diesem Zusammenhang nicht nur gelegentlich Entgelte für freischaffende künstlerische oder publizistische Leistungen zahlen, sind ebenfalls abgabepflichtig.

Will meinen: Du bist abgabepflichtig, wenn du etwas „kreatives“ von z.B. mir für dein Gewerbe erstellen lässt.

Auf welche Leistungen muss gezahlt werden?

Was das mit Teilen meines Dienstleistungsangebotes zu tun hat, wird auf der Seite http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/faq-unternehmen-und-verwerter.html unter Punkt 19 definiert:

Entgelte, die für die Erstellung oder Änderung von Internetseiten an Webdesigner gezahlt werden, sind an die Künstlersozialkasse zu melden.

Natürlich fallen neben dem Webdesign darunter auch Leistungen wie Werbetexte, Logoentwurf und Flyererstellung. Als nicht abgabepflichtig wird unter dem genannten Punkt 19 folgendes erläutert:

Und auf welche nicht?

Nur, wenn von vornherein keinerlei gestalterische Leistungen (z. B. Grafikleistungen) mit erbracht werden und es sich somit lediglich um die technische Einrichtung und Pflege von Internetseiten handelt, bei der ein Internetauftritt im Hinblick auf Funktionalität, Aktualität, Sicherung gegen Viren und Nutzerfreundlichkeit o. ä. strukturiert und betreut wird (= Tätigkeit eines Webmasters, Webadministrators, Programmierers), gehören diese Entgelte nicht zur Bemessungsgrundlage.

In welcher Höhe fallen Abgaben an?

Bei einer jährlichen Gesamtausgabe für kreative Leistungen von über 450 € fallen zusätzlich (!) 4,2 % Abgaben (Stand 2018) in Höhe des jeweiligen Netto-Rechnungsbetrag an die KSK an. Siehe unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/kuenstlersozialabgabe.html. In meinem Fall, als Kleinunternehmer ohne Ausweisung der Umsatzsteuer, wäre die Abgabe auf den Gesamtbetrag der Rechnung zu zahlen. Das mit den 450 € wird übrigens unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/faq-unternehmen-und-verwerter.html (Punkt 7) wie folgt formuliert:

Eine nicht nur gelegentliche Auftragserteilung liegt dann vor, wenn die Gesamtsumme aller gezahlten Entgelte in einem Kalenderjahr 450 Euro übersteigt.

Seit wann ist das so?

Seit 1983, entstanden auf Grundlage des Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG). Siehe dazu http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/kuenstlersozialabgabe.html. Es wurde nur lange Jahre nicht wirklich kontrolliert. Das hat sich seit 2013 grundlegend geändert. Seit dem wird in Betriebsprüfungen explizit auch nach ausgebliebenen Abgaben an die Künstlersozialversicherung gesucht. Selbige hat unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/entgeltmeldung.html übrigens auch ein PDF Dokument mit dem höflichen Namen „Meldebogen für die letzten fünf Jahre“.

Zudem ist seit 2007 auch die Deutsche Rentenversicherung für die Überprüfung deiner rechtzeitigen und vollständigen Entrichtung der Künstlersozialabgabe auf meine Leistungen zuständig.

Wie kommt dein Geld bei der Künstlersozialkasse an?

Nach den gesetzlichen Bestimmungen sind Unternehmer, die zum Kreis der Abgabepflichtigen nach § 24 KSVG gehören oder regelmäßig Entgelte an Künstler oder Publizisten zahlen, verpflichtet, sich selbst bei der KSK zu melden.

Das unter http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/pflichten-unternehmer-und-verwerter.html Punkt Meldepflicht geschriebene bedeutet: Du musst dich selbständig (!) dort melden und einschätzen lassen. Auf der oben verlinkten Seite gibt es im Übrigen auch lesenswerte Menüpunkte mit den Titeln „Vorauszahlungspflicht“, „Aufzeichnungspflicht“ und „Betriebsprüfung“.

Wie ich dir helfen kann

  • Durch den aufklärenden Text hier auf dieser Seite an dich sowie den Hinweis auf die grundsätzlich mögliche Abgabenpflicht deinerseits (auch Jahre rückwirkend !) an die Künstlersozialkasse.
  • Bei deinem Auftrag unterscheide ich zwischen kreativen und technischen (administrativen) Tätigkeiten. Du erhältst, so denn für beide Bereiche Tätigkeiten ausgeführt werden, zwei getrennte Rechnungen. Sobald nämlich auf einer Gesamtrechnung ein „kreativer Posten“ gelistet ist, wird auf den kompletten (Netto)Betrag die Abgabe an die Künstlersozialversicherung fällig. Entsprechend befindet sich auf allen meinen technischen Rechnungen auf Wunsch der Hinweis: „Durch die Künstlersozialkasse als nicht abgabepflichtige Dienstleistung definiert“.

Diese insgesamt doch eher sehr eigene und durchaus einmalige Finanzierungskonstruktion (durch dich) wurde durch das Bundesverfassungsgericht mit seinem Beschluss vom 8. April 1987 als verfassungsgemäß bestätigt.

Und zum Schluss … http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/faq-unternehmen-und-verwerter.html (Punkt 9) … wäre ich keine natürliche Person (sondern z.B. eine GmbH), dann wäre keine (!) meiner Tätigkeiten für dich abgabepflichtig. Klar soweit?!

In der Wikipedia findest du bei Interesse weitere Informationen zur Künstlersozialkasse. Der dort zitierten kritischen Stellungnahme des Bund der Steuerzahler zum Prozedere der oben erklärten Pflichtabgabe zur Künstlersozialkasse schließe ich mich an dieser Stelle an.